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Kreditkarten-Einrichtung für Buchhaltungsprogramme (nicht DATEV)

Dieser Artikel erklärt die Kreditkarten-Einrichtung in Candis für Buchhaltungsprogramme wie Lexware, ADDISON, Simba, Sesam und Agenda sowie die Unterschiede zwischen Standard- und kreditorischer Buchung.

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Verfasst von Thomas Heudecker
Vor über 2 Wochen aktualisiert

Kreditkarten-Einstellungen

In den Kreditkarten-Einstellungen legst du folgende Konten und Optionen fest:

  • Kreditkarten-Sachkonto für die Verbuchung der Ausgaben

  • Geldtransitkonto für den Ausgleich zwischen Kreditkarte und Bank

  • Buchungslogik für Kreditkartenbelege:

    • Standardbuchung (nicht kreditorisch) oder

    • kreditorische Buchung

Diese Einstellungen wirken sich direkt auf den Export und die Buchungslogik im Buchhaltungsprogramm aus.

Einstellung: Kreditkartenbelege kreditorisch buchen

Wenn du die Option „Kreditkartenbelege kreditorisch buchen“ aktivierst, behandelt Candis Kreditkartenausgaben im Export wie Eingangsrechnungen über einen Kreditor.

Der Buchungsablauf sieht dabei wie folgt aus:

  1. Candis exportiert den Beleg als Eingangsrechnung auf den Kreditor des Geschäftspartners.

  2. Das Buchhaltungsprogramm gleicht den offenen Posten über das Kreditkartenkonto aus.

  3. Der Ausgleich der Kreditkarte erfolgt anschließend über das Geldtransitkonto und den Bankeinzug.

Diese Variante ermöglicht eine OP-Verfolgung je Lieferant, erfordert aber mehr Buchungsschritte.

Wichtig: Export-Einschränkungen

  • Kreditorische Kreditkartenbuchungen unterstützt Candis nicht im XML-Format.

  • Du kannst dafür ausschließlich das DATEV-CSV-Format verwenden.

  • Eine Kombination aus

    • Rechnungen im XML-Format und

    • Kreditkartenbelegen im CSV-Format
      ist nicht möglich.

Vergleich: Standardbuchung vs. kreditorische Buchung

Aspekt

Standardbuchung (nicht kreditorisch)

Kreditorische Buchung

Kontierung

Aufwand an Kreditkartenkonto

Kreditor an Aufwand → Kreditor an Kreditkartenkonto → Kreditkartenkonto an Geldtransit

Transparenz

Kreditkartensalden sichtbar, keine OP beim Lieferanten

Offene Posten beim Kreditor und sauberer Ausgleich

Abgleich mit Bank

Kreditkartenkonto ↔ Geldtransit ↔ Bank

Kreditkartenkonto ↔ Geldtransit ↔ Bank

EXPORT-Kompatibilität

DATEV Format XML

ADDISON Format XML

DATEV Format CSV

Nur mit DATEV Format CSV

Manueller Aufwand

Weniger Buchungen, keine OP-Verfolgung

Mehr Buchungen, bessere Übersicht je Kreditor

Beispielbuchungen im Vergleich

A) Standardbuchung (nicht kreditorisch)

Ein Hotelaufenthalt wird mit der Candis Kreditkarte bezahlt (1.000 € inkl. 19 % USt).

1. Buchung des Belegs

  • Soll: Aufwandskonto (z. B. 4660 Reisekosten Übernachtung 19 % VSt) – 1.000 €

  • Haben: Kreditkartenkonto (z. B. 1360) – 1.000 €

Der Beleg wird direkt gegen das Kreditkartenkonto gebucht. Es entsteht kein offener Posten beim Lieferanten.

2. Ausgleich Kreditkartenkonto über Geldtransit

  • Soll: Kreditkartenkonto (1360) – 1.000 €

  • Haben: Geldtransitkonto (z. B. 1590) – 1.000 €

3. Bankeinzug

  • Soll: Bankkonto (z. B. 1200) – 1.000 €

  • Haben: Geldtransitkonto (1590) – 1.000 €

B) Kreditorische Buchung

Derselbe Hotelaufenthalt wird kreditorisch gebucht.

1. Eingangsrechnung (Export aus Candis)

  • Soll: Aufwandskonto (4660) – 1.000 €

  • Haben: Kreditor Hotel XY – 1.000 €

Es entsteht ein offener Posten beim Kreditor.

2. Belastung der Kreditkarte

  • Soll: Kreditor Hotel XY – 1.000 €

  • Haben: Kreditkartenkonto (1360) – 1.000 €

Der offene Posten wird ausgeglichen.

3. Ausgleich Kreditkartenkonto über Geldtransit

  • Soll: Kreditkartenkonto (1360) – 1.000 €

  • Haben: Geldtransitkonto (1590) – 1.000 €

4. Bankeinzug

  • Soll: Bankkonto (1200) – 1.000 €

  • Haben: Geldtransitkonto (1590) – 1.000 €

Die Kreditkartenbelastung ist vollständig nachvollziehbar und korrekt ausgeglichen.

Möglicher Fehler: „Die Währung des Dokuments ist für diesen Typ nicht zulässig“

Wann tritt der Fehler auf?

Der Fehler tritt auf, wenn du Kreditkartenbelege kreditorisch buchen möchtest und den DATEV-Export im XML-Format ausführst.

Ursache

  • Die Option „Kreditkartenbelege kreditorisch buchen“ ist aktiviert.

  • Candis verarbeitet Kreditkartenbelege dabei wie Eingangsrechnungen über einen Kreditor.

  • Dadurch sind grundsätzlich Fremdwährungsbuchungen möglich.

  • Das DATEV-XML-Format ist kassenbuch-kompatibel und unterstützt keine Fremdwährungen.

  • Enthält ein Kreditkartenbeleg eine Fremdwährung, ist diese für den Buchungstyp im XML-Format nicht zulässig.

  • Candis bricht den Export ab und zeigt die Fehlermeldung an.

Lösung

Wähle eine der folgenden Optionen:

  1. DATEV-Export vollständig auf CSV umstellen

    • Nutze das DATEV-CSV-Format für alle Belege, inklusive Kreditkartenbelegen.

  2. Kreditorisches Buchen von Kreditkartenbelegen deaktivieren

    • Deaktiviere die Option „Kreditkartenbelege kreditorisch buchen“.

    • Nutze anschließend weiterhin den DATEV-XML-Export.

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