Beachte: Der Empfang ausländischer B2B-Rechnungen ist nicht standardmäßig aktiv. Candis richtet den Empfang für jede ausländische Gesellschaft einzeln ein. Du kannst den Empfang nicht selbst in den Einstellungen aktivieren.
Was Candis dabei übernimmt
Candis nutzt für den Empfang eine Plattform, die bereits an die nationalen E-Rechnungsnetzwerke und an die in einzelnen Ländern vorgeschriebenen Empfangswege angebunden ist. Deine ausländische Gesellschaft empfängt ihre Rechnungen über diese Plattform, und Candis holt sie von dort ab.
Die Plattform empfängt die elektronische Rechnung im vorgeschriebenen Netzwerk des jeweiligen Landes. Die Anforderungen des Landes erfüllst du über diese Anbindung.
Candis übernimmt die Weiterleitung: Die Rechnung landet im Posteingang der jeweiligen Gesellschaft in Candis — im selben Posteingang wie deutsche Belege.
Die weitere Verarbeitung bleibt unverändert: Rechnungsdaten, Buchhaltungsdaten, Freigabe und Export funktionieren wie bei jeder anderen Rechnung.
Länder und Fristen im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt, in welchen Ländern eine Empfangspflicht für inländische B2B-Rechnungen besteht oder ansteht.
Stand der Angaben: September 2026.
Frankreich
Die Reform ist am 1. September 2026 in Kraft getreten. Seit diesem Datum müssen alle Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können, unabhängig von ihrer Größe. Die Versandpflicht gilt seit dem 1. September 2026 für große Unternehmen und Unternehmen mittlerer Größe (ETI) und ab dem 1. September 2027 für PME und Kleinstunternehmen. Der Austausch läuft über eine zugelassene Plattform (Plateforme Agréée, kurz PA) in einem strukturierten Format wie Factur-X, UBL oder CII.
Polen
Die Pflicht zur Nutzung der staatlichen Plattform KSeF gilt im inländischen B2B-Bereich seit Februar 2026 und wurde im April 2026 auf alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen ausgeweitet. Alle in Polen umsatzsteuerlich registrierten Unternehmen müssen Rechnungen über KSeF ausstellen und empfangen; Papier- und PDF-Rechnungen sind im inländischen B2B-Bereich nicht mehr zulässig. KSeF nutzt das Format FA(3) und nicht Peppol.
Belgien
Die verpflichtende B2B-E-Rechnung gilt seit dem 1. Januar 2026, mit EN-16931-konformen Formaten über das Peppol-Netzwerk.
Italien
Die Pflicht besteht seit dem 1. Januar 2019 für alle umsatzsteuerregistrierten Unternehmen und seit dem 1. Januar 2024 auch für Kleinstunternehmen. Alle Rechnungen laufen im Format FatturaPA über die Plattform SdI.
Kroatien
Der Start war zum Jahresanfang 2026 geplant, nach einer Testphase ab September 2025.
Spanien
Spanien setzt auf das nationale System VERIFACTU. Der ursprünglich für Anfang 2026 geplante Start wurde verschoben, die verpflichtende Nutzung wird voraussichtlich 2027 wirksam.
Slowakei
Die freiwillige Nutzung startet 2026, die Verpflichtung folgt 2027.
Finnland, Niederlande und die nordischen Länder
Eine flächendeckende nationale B2B-Pflicht besteht bisher nicht, Peppol ist jedoch freiwillig weit verbreitet.
Deutschland
Die Empfangspflicht gilt seit dem 1. Januar 2025. Ab dem 1. Januar 2027 endet die Übergangsregel für den Versand bei Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz, ab dem 1. Januar 2028 gilt die Versandpflicht für alle inländischen B2B-Rechnungen.
Beachte: Die nationalen Zeitpläne ändern sich regelmäßig. Welche Länder Candis aktuell unterstützt und ob dein Fall abgedeckt ist, klärst du mit dem Candis Support.
Schritt 1: Das klärst du vorab
Sammle pro ausländischer Gesellschaft:
Land und Datum, ab dem die Empfangspflicht gilt
Firmierung, Adresse und USt-IdNr.
Nationale Unternehmenskennung, zum Beispiel SIREN oder SIRET für Frankreich
Besteht bereits eine Peppol-ID?
Besteht bereits eine Registrierung bei einer vorgeschriebenen Plattform, in Frankreich zum Beispiel bei einer zugelassenen Plattform (Plateforme Agréée, kurz PA)?
Tipp: Eine bestehende Peppol-ID oder Plattform-Registrierung läuft oft über das ERP-System oder die Steuerberatung der ausländischen Gesellschaft. Frag dort nach, wenn du den Stand nicht kennst.
Schritt 2: Candis Support kontaktieren
Kontaktiere den Candis Support mit den gesammelten Angaben. Der Support klärt mit dir die weiteren Schritte.
